Thema 3. "Heilige in unserer Kirche"

Heilige in unserer Kirche

 

Maria „Mater Dolorosa“

 
Diese Schmerzensmutter (lat. Mater Dolorosa) wurde 1902 von Franz Josef Simmler (Offenburg) geschnitzt.
 
Bedeutung:
Maria die Schmerzensmutter wird frontal sitzend dargestellt, wie sie den vom Kreuz abgenommenen Jesus zärtlich im Schoß hält. Sie wendet sich dabei ganz ihrem Sohn zu. Häufig deuten der herabhängende, steife rechte Arm Christi sowie sein nach hinten fallendes Haupt auf seinen Tod hin.
 
Bei der Darstellung des Herrn sagt Simeon zu Maria: „Dir selbst wird ein Schwert durch die Seele dringen" (Lk 2,35). Wenn wir auf die Statue der Trösterin schauen, dann können wir aus ihren Augen herauslesen, dass sie in allen Lebenssituationen bei uns ist. Als Heil der Kranken hilft sie uns, unsere Krankheiten und Leiden zum Wohl der Kirche und der Menschen zu tragen.
 
Der selber schwer leidende Papst Johannes Paul II. hat einmal Kranken zugerufen: „Ihr seid nicht unnütz! Im Gegenteil. Ihr seid der Reichtum der Kirche!
Schöpft - mit dem Blick auf Maria unter dem Kreuz - aus eurer Krankheit neue Kraft und neue Hoffnung, um so den Mitmenschen den Weg zu Gott zu zeigen.
Die Schmerzensmutter Maria lässt niemanden im Stich!"
 
Das Bildnis der Schmerzensmutter steht auch universal für das unsagbare Leid überall auf Erden.
 
 

Heiliger Aloisius

 
Der Heilige Aloisius ist auf dem obigen Bild des rechten Seitenaltares zu sehen. Es wurde von Maler Ch. Löffler 1845 gefertigt. In der Kunst wird er -wie hier- als junger Mann (als Page) dargestellt.
Seine Attribute sind meist eine Lilie als Symbol der Jungfräulichkeit, Kruzifix und Rosenkranz, der auf seine Verehrung der Jungfrau Maria hinweist, sowie eine abgelegte Krone, die seinen Verzicht auf die Adelsprivilegien andeutet.
 
 

Heiliger Antonius von Padua

 
 
Die Statue des Heiligen Antonius wurde von Fam. William Harter, Chicago um 1914 gestiftet. (Bildhauer Fr. Moroder)
Der Heilige Antonius wird im Habit eines Franziskaners und meist mit dem Jesuskind auf dem Arm und einer Lilie dargestellt.
 
Das Leben und die Legende vom Heiligen Antonius
Antonius (1195 – 1231) entstammte aus einer portugiesischen Adelsfamilie. Er war portugiesischer Ordenspriester des Franziskanerordens und Missionar. Er wirkte als gottbegnadeter Prediger. Franziskus bestimmte ihn zum ersten Lehrer der Theologie für die Minderbrüder. Antonius war ein hervorragender Kenner der Heiligen Schrift.
Die Legendenbildung über Antonius begann bereits zu seinen Lebzeiten. Schon in frühen Quellen werden ihm zahlreiche Wunder nachgesagt, so etwa die den Fischen gehaltene Predigt nahe der Stadt Rimini: Da sein Versuch, den Stadtbewohnern eine Predigt gegen die Lehren der Katharer zu halten, fehlschlug, richtete der Heilige seine Worte am Ufer des Meeres an die Fische, die ihm der Überlieferung zufolge genauso andächtig zuhörten wie dem Heiligen Franz von Assisi die Vögel.
Seine Fastenpredigten in Padua 1231 hatten sensationellen Erfolg, keine Kirche war groß genug, er musste ins Freie ausweichen, die Überlieferung berichtet von bis zu 30.000 Zuhörern. Die ganze Region um Padua schien wie umgewandelt: Schulden wurden erlassen, zerstrittene Familien versöhnten sich, Diebe gaben das gestohlene Gut zurück, Dirnen kehrten ins ehrbare Leben zurück, unrechtmäßige und überhöhte Zinsen wurden den Schuldnern zurückerstattet. Ein junger Mann aus Padua, der seiner eigenen Mutter einen Fußtritt verpasst hatte, war der Überlieferung nach von Antonius' Predigt so ergriffen, dass er sich zur Buße sein Bein mit einem Beil abhackte; Antonius aber fügte es wundersamer Weise wieder an.
Der Heilige Antonius ist Schutzpatron der Städte Padua, Lissabon, Fatima, Paderborn, Hildesheim und Menden (Sauerland) sowie der Bäcker, Schweinehirten, Bergleute, Reisenden und Sozialarbeiter. Er wird bei Unfruchtbarkeit, Fieber, Pest, Schiffbruch, Kriegsnöten, Viehkrankheiten und auch für das Wiederauffinden verlorener Gegenstände (daher der scherzhafte Beiname "Klüngelanton" in Westfalen, „Schlampertoni“ in Bayern oder „Schussels Tünn“ im Rheinland) angerufen. Ebenso soll er bei der Partnersuche helfen. Zudem soll er zu einer guten Geburt, zum Altwerden, zu einer guten Ernte und zum reichen Pilzfund (Pilzgruß: »Antonius behüt’«) verhelfen. Er gilt auch als Schutzheiliger der Frauen und Kinder, der Liebenden, der Ehe, der Pferde und Esel. Besonders bekannt ist sein Patronat über die Armen (unter dem Namen Antoniusbrot werden Spenden für Notleidende gesammelt).
 
Katholischer Gedenktag: 13. Juni
 
 

Heiliger Franz von Assisi (1180 – 1226)

 
 
Der Heilige Franz von Assisi ist auf dem obigen Bild des linken Seitenaltares zu sehen.
Es wurde von Maler Ch. Löffler 1845 gefertigt.
 
Das Leben und die Legende vom Heiligen Franz von Assisi
Franz von Assisi wurde um 1180 in der italienischen Stadt Assisi geboren. Sein Vater war ein reicher Tuchhändler. Als Jugendlicher genoss Franz sein Leben. Er hatte genug Geld und keine großen Sorgen. Dem Lebensideal des Ritters folgend, zog er in den Krieg zwischen Assisi und Perugia. Er wurde gefangen genommen und erkrankte schwer. Während dieser Zeit wuchs in ihm Zweifel nach dem wahren Sinn des Lebens und er beschloss, es zu ändern. Franz verzichtete auf das Erbe seines Vaters und zog als Bettler
 
 

Maria – die Mutter Gottes

 
Was ist auf dem Hauptbild zu sehen?
Das Hauptbild des Marienaltars wurde 1863 gestiftet und zeigt die Himmelfahrt Mariens.
 
Bedeutung des Bildes:
Die Aufnahme Mariens in den Himmel dürfen wir weniger als einen gen Himmel fliegenden Körper verstehen, sondern mehr als eine Aufnahme in die himmlische Herrlichkeit bei Gott. Maria ist damit bereits zuteilgeworden, was ihr Sohn allen Glaubenden zugesagt hat.
Die Theologie deutet die Aufnahme Mariens in den Himmel daher als ein Beispiel für die Vollendung, auf die alle Christinnen und Christen nach ihrem Tod hoffen dürfen.
Maria Himmelfahrt zeigt die Verbindung zwischen Gott und den Gläubigen auf und erinnert daran, dass das ewige Leben nicht nur ein Versprechen ist, sondern direkt erfahren werden kann.
 
Katholischer Gedenktag: 15. August („Wihenne-Tag“) mit besonderem Brauch, frische Kräuterbuschen herzustellen und segnen zu lassen.
 
Kindervideo:
 
 

Heiliger Wendelin (lat. Wendelinus) 

 
Der Heilige Wendelin wird auf dem Hauptbild dieses Seitenaltares dargestellt. Es wurde von Theodor Jasper 1842 gemalt und 1941 restauriert. Dabei wurde von Prof. Hübner festgestellt, dass dies von „sehr guter Qualität“ ist. Der Heilige Wendelin wird meist als Hirte mit Schafen oder Schweinen oder als Pilger dargestellt.
 
Das Leben und die Legende vom Heiligen Wendelin
Wendelin (550 – 617) war ein Königssohn aus Scotia. Laut der Legende war er ein besonders fähiger Hirte, unter dessen Obhut sich die Herde rasch vermehrte. Von Neid und Missgunst getrieben, schwärzten andere Hirten ihn bei seinem Gutsherrn an. Sie behaupteten, dass Wendelin die Herde immer wieder in weit abgelegene Gebiete führte. Eines Tages überprüfte der Gutsherr diese Anschuldigung, die sich bewahrheitete. Grund dafür war, dass Wendelin nach der besten Futterfläche für die Tiere suchte und sein Erfolg gab ihm recht. Der Gutsherr war erzürnt, da er vorhatte, am selben Abend für seine Gäste ein Tier aus der Herde zu schlachten, Wendelin die Rückkehr aber niemals rechtzeitig schaffen würde. Der Gutsherr ritt davon und als er seinen Hof erreichte, war Wendelin samt Herde bereits eingetroffen.  
Tief erschrocken bat der Gutsherr Wendelin um Vergebung und baute ihm eine Zelle am Bosenberg - der Überlieferung zufolge an der Stelle der heutigen Wendelinskapelle bei St. Wendel. Dort verkündete Wendelin den Menschen das Evangelium. Seit diesem wundersamen Ereignis wurde er von der Landbevölkerung verehrt und im Hinblick auf ihre Tiere um Rat gebeten.
Der Heilige Wendeln gilt als Patron von St. Wendel; der Hirten und Herden, Schäfer/Bauern; des Viehs; gegen Viehseuchen; für gedeihliche Witterung und gute Ernte; für Natur- und Umweltschutz.
Ein Bittspruch zum Heiligen Wendelin lautet: „St. Wendelin, verlass‘ uns nie, schirm‘ unsern Stall, schütz unser Vieh“.
Katholischer Gedenktag: 20. Oktober