Informationen zur Gruppierungen in Oberachern

 

Kontaktadresse:
Siehe Pfarrbüro
 
Kurzbeschreibung:
"Gründonnerstagsstiftung zu Nutz, Ehre und löblicher Gezierde"
523 Jahre Fußwaschung zu St. Stefan in Oberachern
Zum 523. Mal jährte es sich 2003, dass der Pfarrer der Pfarrei St. Stefan in Oberachern an zwölf Bürgern der Gemeinde die feierliche Zeremonie der Fußwaschung am Gründonnerstag vollzieht. Diese Stiftung reicht bis im Mittelalter zurück und ist mit dem Namen des Erzpriesters Johannes von Bergzabern eng verbunden. Der Eifer, den Kirchen Stiftungen zu machen, war in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts besonders groß, "Gott zu Ehren und zu eigenem Nutz und Frommen", wie es damals hieß. Diese Gebefreudigkeit schlug sich in den Stiftungen vieler Altäre, Bilder, aber auch in Vermächtnissen nieder.
Auch der damalige "Erzpriester" von Oberachern, Johannes von Bergzabern, gehörte dazu. Der Name des Pfarrherrn der Pfarrei St. Stefan ist in den Akten des ehemaligen Klosters von Allerheiligen zu finden. Sein Andenken wird durch die sogenannte "Gründonnerstagsstiftung" für die Pfarrgemeinde St. Stefan bis in unsere Zeit bewahrt. So ist in den Urkunden vom 7. Mai 1470 von dem Vogt Jörg Röder und den zwölf Geschworenen des Gerichts zu Achern, den sieben Heiligenpflegern der Kirche St. Stefanus zu Oberachern festgehalten: Sie gaben kund, dass sie vom Pfarrherrn Johann von Bergzabern ein Kapital von 80 Gulden empfangen hätten. Sie verpflichteten sich, alle Jahre dafür zwei Schilling Straßburger Pfennig zur Abhaltung einer Fußwaschung oder einer Verfügung sowie zur Beschenkung und Speisung von zwölf auserwählten armen Leuten zu entrichten.
Dieses Mandat sollten der Kirchherr von St. Stefan und sechs andere Priester aus der Nachbarschaft übernehmen. Alle armen Leute, die dazu kamen, sollten ebenfalls eine Spende in Form von Brot erhalten. Die nötigen Bücher , Waschbecken und das Gießfass zur Abhaltung dieser Feierlichkeit stiftete ebenfalls der Kirchherr. Um aber allem vorzubeugen, wurden die Kapitularien des Kapitels Ottersweier, Erzpriester und Kammerer, beauftragt, die Ausführung dieser Stiftung zu überwachen.
 
Die Urkunde über die Gründonnerstagstiftung lautet etwa so:
"Ich, Jörg Röder, Vogt, und wir, die zwölf Geschworenen des Gerichts von Achern, verkünden allgemein und mit diesem Brief, dass vor unseren offenen Gerichtssitzung gekommen sind: Wikus Cunrat, Ruhen Claus,  Mouchen Heinrich, Rotten Stefan, Werner Mener, Ludwig Schnider und Hans Weidelich, alles geschworene Heiligenpfleger der Kirche zu Sannt Steffen zu Ober-Achern und haben uns öffentlich ausgesagt und öffentlich bekannt, dass sie zu Nutz, Ehre uns löblicher Gezierde derselben Kirche und Gott zu ehren und zu Dienstbarkeit für sich und alle ihr nachfolgenden Heiligenpflegern verkauft haben und zu verkaufen gegeben hätten dem ehrsamen Herrn Johannes von Bergzabern, Kirchherr der oben genannten Kirche, zwei Pfund und zwei Schillinge guter Straßburger Pfennig Geldes aus jährlichem und ewigem Zins, das jedes Jahr auf den grünen Donnerstag zu diesem folgenden Unterpfand zu geben und zu bezahlen ist. Zusätzlich zu allen anderen Gütern, Renten und Zinsen, die oben genannten Kirche hat und zu der oben genannten Kirche gehören, und es sollen die oben genannten zwei Pfund und zwei Schillinge Pfennig Zins alle Jahre auf den grünen Donnerstag so ausgegeben, angelegt und gehalten werden, wie hernach beschrieben ist:
Die Heiligenpfleger sollen kaufen 40 Ellen (etwa 30 Meter) zwilches (grobes) Leinen. Eine Elle für etwa sechs oder sieben Pfennig, die dann teilen und an zwölf hausarme Menschen oder andere Mannespersonen geben, die dazu auserwählt werden sollen, aus beiden Achern (Unter -und Ober-Achern) Vogtenbach und Gamshurst, und wenn da nicht soviel wären, aus den nächsten Dörfern Sasbach, Großwyler und Waldulm und jedem Menschen davon geben viereinhalb Ellen; und sie sollen für fünf Schilling Pfennig Brot als Spende an arme Leute geben, Fremde oder Einheimische Männer oder Frauen und Kinder, die von ungefähr dazu kommen. Sie sollen auch geben an sechs Priester, die dazu ausgewählt sind, mit Namen, der Leutpriester zu Sasbach, zu St. Johann zu Achern, dem Leutpriester zu Fautenbach, Gamshurst, dem Kirchherrn zu Großweier und unserem Liebfrauenkaplan zu Oberkappel, jedem ein Schilling Pfennig, den Zins zu sammeln und auch dem Mesner vier Pfennig für seine Arbeit. Auch sollen sie einen Schilling Pfennig für Wein und einen Schilling Pfennig um Brotfladen den Priestern und armen Leuten in der Absicht geben, wie es der oben genannte Herr Johannes gestiftet hat und das genau im Seelbuch geschrieben steht. Das übrige Geld von der oben genannten Summe - und wenn ein Priester, der dazu gehört nicht kommen mag, das solle der Vorsitzende teilen, es sei wenig oder viel. Das soll dem Bau von St. Stephan gehören und dazu verwendet werden..."
 
Die Heiligenpfleger versprachen, das Becken und das Gießfass und die Handtücher, die zur Stiftung gehörten, sorgsam aufzubewahren und zu keiner anderen Sache zu gebrauchen, als zur Stiftung. Auch verpflichteten sich die Sachverwalter, die Bücher, die der Herr Johannes "um Gottes und seiner Stelle Willen der genannten Kirche vermacht", in der Treßkammer (Sakristei) aufzubewahren und an niemand zu verleihen, sondern nur am Aufbewahrungsort Einsicht zu gewähren.
Das in der Urkunde genannte Gießfass war ein in Bronzeguss gefertigter, 34 cm hoher und 30 cm breiter Samson, der auf dem Löwen reitet und ihm den Rachen öffnet. Die Arbeit stammt aus dem 15. Jahrhundert. Ursprünglich war dieses Stück im Inventar der Pfarrkirche zu Oberachern zu einem Kronentaler angeschlagen, was etwa dem Wert von fünf Mark entsprach. Das "Aquamanile" hat kriegerische und auch nicht immer ruhige Zeiten überstanden.
Im Jahr 1881 wurde es auf einer Kunst- und Antiquitätenausstellung in Karlsruhe gezeigt, und Kunstkenner widmeten diesem Stück besondere Achtung. In Oberachern war man dem Verkauf des Stuckes nicht abgeneigt, denn damals trug man sich mit dem Gedanken, einen Kirchenneubau zu erstellen. So wurde das Gefäß mit Erlaubnis der zuständigen Behörde für rund 8.000 Mark verkauft.
Wie die weitere Geschichte zeigt, hatte man sich doch im Wert des Gießfasses erheblich verschätzt. Das seltene Stück kam über Frankfurt in die weltbekannte Sammlung Figdor nach Wien. Jetzt erst erkannte man in
 Kreisen der Kunstkenner erst den richtigen Wert des Gießfasses. Überlegungen, das Gießfaß zurückzukaufen, blieben erfolglos. 1930 kam die Sammlung Figdor zur Versteigerung. Die Stadtverwaltung Freiburg sowie das Kultusministerium bewilligten je 15.000 Mark. Mit 25.000 Mark war das Kunstwerk in der Versteigerungsliste angeschlagen, obwohl der Wert weit höher war. Die Versteigerungsgebote überschlugen sich.
Die bewilligten 30.000 Mark reichten nicht aus den Zuschlag zu erhalten. Diesen bekam ein amerikanischer Händler für die unglaubliche Summe von 106.000 Mark. Heute befindet sich das Gießfass im Museum of Fine Arts (Museum der schönen Künste) in Boston.
Vor wenigen Jahren fand das Stauer-Jubiläum in Baden-Württemberg statt. Als Leihgabe wanderte das kostbare Gefäß zu einer zeitlich beschränkten Ausstellung nach Stuttgart. Dort entdeckte es der ehemalige Pfarrer und damalige Erzbischöfliche Kanzleidirektor Albert Bissinger (Freiburg) unter den Ausstellungsstücken! Es kam nicht von ungefähr, dass Pfarrer Bissinger zum Abschluss seiner priesterlichen Tätigkeit in der Pfarrei St. Stefan an zwölf Männern im 500. Jahr der Gründonnerstagsstiftung 1970 letztmals die Zeremonie der Gründonnerstagstiftung vollzog. Aus Anlass des 500. Jubiläums der Stiftung wurde in der Turmkapelle neben der Grabplatte von Johannes von Bergzabern, die in lateinischer Schrift gehalten ist, die deutsche Übersetzung zum besseren Verständnis angebracht. Geblieben ist die alljährlich wiederkehrende, Zeremonie, der Gründonnerstagsstiftung und das Vermächtnis des Priesters Johannes von Bergzabern, das getreulich Jahr für Jahr erfüllt wird.
 
Text: Fritz Dörsam
 

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Anne Betsch , Austr. 17, Tel.: 5396
 
Kurzbeschreibung:
Vor mehr als  20 Jahren gründete der Perukreis den Eine-Welt-Laden, dessen Name „Senfkorn“  bewusst gewählt wurde, denn so wie aus einem kleinen Senfkorn ein großer Baum wird, so wird mit dem Erlös  unsere Partnergemeinde St. Ildefonso in Caraz unterstützt.
Die Produkte im Weltladen unterliegen strengen Qualitätskontrollen und erfüllen immer öfter auch die Kriterien für biologischen Anbau.
Unter Qualität verstehen die Weltläden darüber hinaus, dass die angebotenen Produkte auch sozial verantwortlich und nachhaltig produziert werden.
Alle Waren aus dem Weltladen werden unter menschenwürdigen Bedingungen hergestellt und zu Preisen gehandelt, die den ProduzentInnen im Süden eine Existenz sichern.
Das ist unter „Fairer Handel“ zu verstehen.
Angeboten werden Kaffee, Tee, Süßwaren, Nudeln, Reis und weitere Lebensmittel, außerdem Geschenkartikel.
 
Öffnungszeiten:
Dienstags von 8.45 Uhr bis 9.45 Uhr (nach dem Antonius-Gottesdienst)
S
amstags von 10.00 Uhr bis 11 Uhr