Musikverein Gamshurst und Chor „Achorat“ bringen den Advent gemeinsam zum Klingen
Achern-Gamshurst.Für sein Jubiläumskonzert „100 Jahre Blasmusik“ erhielt der Musikverein begeisternde Resonanz in der voll besetzten Nikolauskirche.
An gleicher Stelle und zum selben Tag wie im Gründungsjahr brachte der Verein zum Abschluss des großen Jubiläumsjahrs Kirchenraum und den Advent zum Klingen. Viel Beifall gabs auch für den Chor „Achorat“.
Dirigent Jürgen Bäuerle hatte sich an Neues gewagt und einen alten Wunsch realisieren können. Mit seinem Musikverein wollte Bäuerle auch einen Chor dirigieren. Das hundertköpfige Gesamtensemble aus Blasmusik und Chor füllte den Chorraum der Kirche im zweiten Teil des Konzerts komplett aus und begeisterte schon optisch. Die Musikergemeinschaft brachte Klänge vom Feinsten. Am Ende wurden zwei Zugaben gefordert und gegeben.
Mit dem Adventschoral „Macht hoch die Tür“ eröffnete der Musikverein das Festkonzert und spannte mit Christopher Tins Computerspielsong „Baba Yetu“, einem Vater-Unser-Gebet in Suaheli-Sprache einen Bogen von den ersten Schritten der Menschheit bis ins Heute. Dass er die vereinsinterne Wertung der Musiker als Wunsch fürs große Konzert ebenso gewonnen hat, wie 2011 einen Grammy-Award, wurde aus den farbenfrohen Klängen des Orchesters verständlich. Begeisterte Bravo-Rufe folgten auch nach einer kraftvollen Interpretation von „Sound Of Silence“, das in 60 Jahren nichts von seiner Faszination verloren hat. Mitreißend entführten die Musiker mit Andreas Pouranis „Auf Uns“ (Arrangement Martin Scharnagl) ins Woodstock der Blasmusik und ins Maracana-Stadion zum WM-Sieg der deutschen Fußballnationalmannschaft. „Die Hymne der Fußballer von 2014 ist heute auch unsere“, ließ Moderator Pascal Schöner wissen.
Bettina Lehmanns Auftritt als Tubistin mit „In A Gentle Rain“ zeigte energievollen Klang, vermittelt mit musikalisch ansprechender Zartheit. Die Musikerin war vor zehn Jahren auf die Tuba gewechselt und hatte vor dem Jubiläumsjahr das Goldene Leistungsabzeichen des Blasmusikverbands abgelegt. Die Premiere brachte riesige Freude.
Mit „La Califfa“ ließen MV und Chor gemeinsam den unvergessenen Enrico Morricone lebendig werden, bei Ted Parsons „O Happy Day“ mitschwingen, um dann mit Händels „Halleluja“ (Arrangement Takashi Hoshide) einen starken Schlussakzent zu setzen. Dass hier neben Jürgen Bäuerle auch Chorleiterin Alexandra Kleiser im Co-Dirigat mitwirkte, zählte zu den Besonderheiten des Abends. Aus beispielhaftem Teamwork kann „verzaubernde Musik“ entstehen.
Als Zugabe bot die Kapelle noch das romantisch-einfühlsame Werk „Abendmond“ (Thiemo Kraas). Die „goldenen Sternlein am Himmel“ gab’s dann beim realen Übergang zum „Klingenden Advent“ tatsächlich auch noch zu sehen.
Zart und energiegeladen: Bettina Lehmann an der Tuba begeistert das Publikum in der voll besetzten Nikolauskirche. Foto: Michael Karle