Denn die Verantwortlichen des Gemeindeteams und des Festausschusses um Wolfram Fischer und Pfarrer Christof Scherer veranstalteten zu Beginn des Festwochenendes erstmals ein Wandelkonzert, bei dem sich die Besucher auf den Weg zu mehreren Bühnen und verschiedenen Akteuren machen. Etwa 350 Besucher wandelten bis zum Finale mit dem Jungen Chor Achern-Fautenbach um Kantor Frank Hodapp und Simon Fallert an der Orgel in der Jubiläumskirche mit.
Dass das Wandelkonzert in der evangelischen Christuskirche begann und zur katholischen Kirche führte, war ein Zeichen einer langen ökumenischen Verbundenheit. Diese begann vor 183 Jahren, als es das Wort Ökumene noch nicht gab, die Kirche der Heil- und Pflegeanstalt Illenau beiden christlichen Konfessionen diente und zum Herz der Illenauer Familie gehörte.
Damals müssen sich der evangelische Pfarrer Ernst Fink und der katholische Pfarrer Andreas Martin begegnet sein. Beide waren Persönlichkeiten mit großer Offenheit und Weitherzigkeit aller Menschen gegenüber. Jetzt war Pfarrer Christof Scherer dabei. Er verwies auf den ungewöhnlichen Ort für den Start eines katholischen Jubiläums, der aber ganz bewusst und überzeugt so gewählt wurde. Auch dass hier die Stadtkapelle um Norbert Hann ein Konzert gab und das Jubiläum eröffnete, darunter war „What A Wonderful World“, „The Sound Of Silence“ und „Gabriellas Sang“ aus dem Film „Wie im Himmel“, sehr einfühlsam gesungen von Maria Klemm. Das Konzert machte auch deutlich, dass die Stadtkapelle die Geschichte der Kirche über eine sehr lange Zeit begleitete, bei Prozessionen, Festen und Erstkommunionen die „Melodie Gottes“ zum Klingen brachte und Benefizkonzerte gab.
Von der Christuskirche ging es in den Bürgersaal, wo Michael Karle vom Historischen Verein über das 200. Jubiläum hinaus bis in das zwölfte Jahrhundert zurückblickte, wo ein Fron- und Hubhof der Klöster Hirsau und Reichenbach bestand, der mit Sicherheit auch eine Kapelle besaß.
An ihrer Stelle bauten „die Alten“ 1452 die Liebfrauenkapelle, bevor der Gemeinde 1535 nach langen Bitten die Pfarrrechte verliehen wurden. Derweil wurden Menschen, Feste, Aktivitäten aus über 100 Jahren in einer Bilder-Ausstellung lebendig, die Gabriele Spitzmüller zusammenstellte. Mit einem Konzert begeisterte der Junge Chor mit jungen Stimmen, Harmonie und Marienliedern und bekräftigte damit, dass die Jubiläumskirche immer auch ein Ort für niveauvolle Musica Sacra war.
Die Musica Sacra gehört seit 200 Jahren zu einem festen Bestandteil der Kirche Unserer Lieben Frau. Der Junge Chor Achern-Fautenbach singt zu Ehren Gottes und der Patronin moderne Marienlieder. Foto: Roland Spether